Freitag, 9. März 2007

Hieronymus Bosch (um 1450-1516)

Momentan lese ich den Roman "Der Garten der Lüste" von John Vermeulen. Es beschreibt sehr anschaulich wie das Leben Boschs verlaufen sein könnte. Den Umschlag ziert ein Ausschnitt aus dem gleichnamigen Triptychons mit einer Gruppe von drei Gestalten des Mittelteils. Eine schmiegt sich an eine überdimensional große frische Erdbeere und hat eine Kopfbedeckung auf, die den Erdbeerblättern ähnelt. Die andern zwei Figuren naschen von den Früchten, die eine andere aufgesprungene erdbeerähnliche Frucht preisgibt. Diese scheint mir leicht modrig zu sein, da der erkennbare Mann, welcher sich auf die riesige Frucht stützt ein wenig in sie einsinkt. Zu finden sind die drei unten rechts im Mittelteil des Triptychons. Erdbeeren sind übrigens Früchte, die eigentlich gar keine Früchte sind, da sie zur Familie der Rosazeen gehören. Die kleinen gelblichen Körnchen sind kleine Nüße, welche jedes einen Samen umschließt. So ist bei der Erdbeere das Innere nach Außen gekehrt. Was andere Beeren verstecken, trägt sie offenbar. Innen setzt bei ihr der Zerfall ein und so verweist die Pflanze auf das Paradies.
http://www.ar.wroc.pl/~zimny/bosch/ogrod.jpg

Bisher hatte ich mich kaum mit den Bildern von Bosch beschäfigt, irgendwie machten sie mir Angst und ich hielt sie für überladen und ein wenig abgefahren. Der Roman macht mich jetzt natürlich neugierig auf die bizarren Welten Boschs.

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